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Unterkunft - Wo soll ich wohnen?

von Berit H.
23.07.2010

Eine immer wiederkehrende Frage, bei einem typischen Beratungsgespräch bei sprachkurse-weltweit ist: „Welche Art der Unterkunft soll ich wählen?“
Die meisten Sprachschulen bieten als Serviceleistung zum Sprachkurs eine hauseigene Unterkunftsvermittlung an. Zur Auswahl stehen Gastfamilien, Wohngemeinschaften, Studentenresidenzen oder Hotelunterkünfte.

Wir empfehlen gerne die Gastfamilie. Zum einem ist der Aufenthalt dort oft eine der günstigsten Unterkunftsoptionen. Frühstück und warmes Abendessen sind zumeist inklusive oder gegen geringen Aufpreis erhältlich. Zum anderen ist die Gastfamilie die beste Möglichkeit, um Land und Leute richtig kennenzulernen. Sie erhalten rasch Einblick in das Leben einer typischen Familie und sind „gezwungen“, mit dieser zu kommunizieren. Sie können das in der Sprachschule Gelernte sogleich im Alltag anwenden.

Eine typische Gastfamilie besteht in der Regel nicht aus Vater, Mutter & Kind, sondern aus einer älteren Dame (oft mit erwachsenem Sohn), die sich ein Zubrot zu Ihrer Rente verdient. Die Familien werden von den Schulen sorgfältig ausgesucht und  regelmäßig auf Qualitätsstandards geprüft.  Sie werden nach verschiedenen Kriterien ausgesucht: Kommunikationsfreudigkeit, Sauberkeit, Zimmergröße, Essen. Auch die Wohnlage der Gastfamilie ist ausschlaggebend. Ein Evaluierungsbogen, der während des Aufenthalts an die Sprachstudenten ausgegeben wird, weist die Schulbetreiber auf eventuell vorhandene Missstände hin. Diesen wird dann auch umgehend nachgegangen.

In den allermeisten Fällen aber wird ein Aufenthalt bei einer Gastfamilie als sehr positiv empfunden. Sie genießen den direkten Anschluss an eine Familie (manchmal ergeben sich gemeinsame Unternehmungen) und trotzdem absolute Freiheit. Sie erhalten einen Schlüssel und können kommen und gehen, wann immer Sie wollen. Sollten Sie eine der Mahlzeiten nicht bei der Familie einnehmen wollen, sagen Sie einfach Bescheid. Auf eventuelle Diäten, Allergien, Abneigungen etc. weisen Sie am besten schon im  Online-Anmeldeformular hin. Die Schule nimmt  dann bereits bei der Auswahl der Familien auf Ihre speziellen Bedürfnisse Rücksicht.

Natürlich haben bereits alle Mitarbeiter bei sprachkurse-weltweit.de im Rahmen ihrer Sprachaufenthalte schon mal bei Gastfamilien gewohnt. Mit zumeist positiven Erfahrungen. 

Hier ein Potpourri "meiner" Gastfamilien:

In England wohnte ich als Fünfzehnjährige mit einer Freundin bei einer italienisch-englischen Familie. Leider kochte nur der Vater gut, da Italiener. Der drei jährige Sohn verfolgte uns in unser Zimmer und rief dabei: „ I wanna see your boobs!“. Wir Mädels waren geschockt, als wir die neue Vokabel im Wörterbuch nachschlugen. Dem kleinen Lüstling gingen wir danach aus dem Weg.

Die französischen Gastfamilien waren absolut zuvorkommend. Obwohl ich bei meinem ersten Frankreichaufenthalt kein Französisch sprach, fühlte ich mich in der Familie sehr wohl. Die französische Küche war natürlich exquisit. Hier wurde der Grundstein für eine große Frankreichliebe gelegt.

In Irland war ich nur privat (nicht im Rahmen eines Austausches oder einer Sprachreise), aber hier ist der Gast sofort Familienmitglied. Pubbesuch , Karaokeabende, Familienfreud und -leid alles wird geteilt. Der Ire ist stolz auf seine kleine Insel und hat Spaß daran, die Ausländer von den Vorzügen seines Landes zu überzeugen.

Spanische Gastfamilien kann ich wärmstens empfehlen. Maria Rosa hatte das Alter meiner Mutter und kümmerte sich ebenso herzlich um mich. Mir wurde Wunschkost  vorgesetzt: Fisch & Salate und dazu schöne Gespräche. Mit ihrem Sohn Juan Carlos hatte ich ebenfalls Glück, ich wurde sogleich in den Freundeskreis integriert.

Meine russische Babuschka Antonina war ebenso nett wie Maria Rosa. Ungewöhnlich für uns, aber interessant, sind die russischen Wohnverhältnisse. In bester Lage in der Innenstadt von Sankt Petersburg (in 20 Minuten zu Fuß zur Ermitage) wohnt Antonina auf ca. 50 qm (2ZKB) mit Sohn Igor und dessen Freundin Ala. Ein Zimmer erhält der Gast, das andere teilen sich die übrigen Familienmitglieder als Schlaf- & Wohnzimmer. Das Essen besteht zu 80% aus Kartoffeln in allen Varianten.

Hier einige Regeln, die Sie beachten sollten:

Fühlen Sie sich nicht wie im Hotel, sondern bieten Sie auch mal Ihre Hilfe in der Küche an, die Hausfrau wird sich sicherlich darüber freuen.

Gerade für Anfänger stellt diese Art der Unterbringung eine große Herausforderung dar! Anpassungsfähigkeit,  Abenteuerlust und Experimentierfreudigkeit sind absolute Voraussetzungen.

Es wird nie so sein, wie man es von Zuhause gewohnt ist. Aber das ist auch das Reizvolle an dieser Art der Unterbringung.

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